Physiotherapie nach einer Zahnbehandlung beim Hund ist ein oft unterschätzter, aber wichtiger Bestandteil der ganzheitlichen Gesundheitsvorsorge. Viele Hunde entwickeln nach einer Zahnreinigung oder Zahnoperation Spannungen im Kiefer oder Kieferblockaden, die unbehandelt zu Beschwerden im gesamten Bewegungsapparat führen können.
Viele Hundehalter sind überrascht, wenn ihnen nach einer Zahnreinigung oder Zahnbehandlung empfohlen wird, den Hund auch physiotherapeutisch untersuchen zu lassen. Dabei ist genau das ein oft unterschätzter, aber sehr wichtiger Schritt für die langfristige Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes.
Was passiert bei einer Zahnbehandlung?
Bei einer Zahnreinigung, Zahnextraktion oder anderen zahnmedizinischen Eingriffen wird der Hund in der Regel in Narkose gelegt. Während der Behandlung wird das Maul weit geöffnet, der Kiefer über einen längeren Zeitraum fixiert und teilweise stark belastet. Auch wenn der Eingriff medizinisch notwendig ist, stellt diese Position für die Kiefergelenke, die Kaumuskulatur sowie die umliegenden Strukturen eine ungewohnte Belastung dar.
Mögliche Folgen für Kiefer und Muskulatur
Nach einer Zahnbehandlung kann es zu:
- Verspannungen der Kaumuskulatur
- Bewegungseinschränkungen im Kiefergelenk
- sogenannten Kieferblockaden
- Schmerzen beim Kauen oder Gähnen
kommen. Diese Veränderungen sind nicht immer sofort sichtbar. Viele Hunde zeigen nur subtile Anzeichen wie vermehrtes Gähnen, Schmatzen, Futterverweigerung oder eine veränderte Mimik.
Warum betrifft der Kiefer den ganzen Körper?
Der Kiefer steht in enger Verbindung zur Halswirbelsäule und somit auch zur gesamten Wirbelsäule bis ins Becken, und betrifft die gesamte Körperstatik. Besteht eine Blockade oder Fehlspannung im Kieferbereich, kann sich diese über Muskel- und Faszienketten auf andere Körperregionen übertragen. Mögliche Folgeprobleme können sein:
- Blockaden in der Halswirbelsäule
- Verspannungen im Schulter- und Rückenbereich
- Veränderungen im Gangbild
- Ausweichbewegungen oder Schonhaltungen
Was machen wir als Hundephysiotherapeuten nach einer Zahnbehandlung bei deinem Hund?
In der physiotherapeutischen Untersuchung wird gezielt geprüft:
- die Beweglichkeit und Stellung der Kiefergelenke
- die Spannung der Kaumuskulatur
- die Stellung von Kopf und Hals
- mögliche Ausweichmuster im restlichen Bewegungsapparat
Anschließend kann die Behandlung individuell angepasst werden. Dazu gehören unter anderem sanfte manuelle Techniken, Muskel- und Faszienarbeit sowie – wenn sinnvoll – ergänzende Übungen für zu Hause.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Physiotherapie?
Idealerweise erfolgt die physiotherapeutische Kontrolle zeitnah (1-2 Wochen später) nach der Zahnbehandlung, sobald der Hund die Behandlung und die Narkose gut überstanden hat und ggf. eine tierärztliche Freigabe erfolgt ist, nach komplizierten Eingriffen. So können Spannungen und Blockaden frühzeitig gelöst werden, bevor sich dauerhafte Fehlbelastungen oder chronische Beschwerden entwickeln.
FAZIT
Eine Zahnbehandlung endet nicht im Maul. Der Kiefer ist ein zentraler Bestandteil des Bewegungsapparates und hat großen Einfluss auf die gesamte Körperstatik deines Hundes. Eine physiotherapeutische Kontrolle nach zahnmedizinischen Eingriffen kann helfen, Schmerzen zu vermeiden, die Beweglichkeit zu erhalten und langfristigen Folgeproblemen vorzubeugen.
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